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Als ein kleiner Hai
morgens aufwachte, war es so dunkel, daß er die
Flossen vor Augen nicht sehen konnte. Natürlich
erschrak er auch, aber im großen und ganzen wunderte
er sich nur in gewaltigem Ausmaß, denn um diese
frühe Morgenstunde war der kleine Hai gewohnt eine
angenehme Helligkeit vorzufinden. Er beschloß, sich
am besten erst einmal ein wenig zu bewegen um dem
Geheimnis der Dunkelheit auf die Spur zu kommen. So
schälte er sich aus der sicher teuren Muschel in der
er geschlafen hatte und zog seinen Sportanzug an.
Denn er vermutete schon, daß diese Erkundung
anstrengend werden könnte. Der kleine Hai schwamm in
die Richtung in der er links glaubte, aber das war
auch nicht so wichtig weil Haie rechnen sowieso nur
in oben und unten. Nach einigen Metern (Was enorm
viel ist für so einen kleinen Hai),wurde es heller
und als er sich herumdrehte sah er einen riesigen
Schatten, der sich über einen Teil des Meeres zu
erstrecken schienend weil auch schon sehr kleine
Haie wissen, daß die Sonne oben auf dem Wasser liegt
um, wenn sie angeschaltet ist das Licht zu spenden,
beschloß der überaus kleine Hai sich dem Schatten
von oben her zu nähern.
Tatsächlich konnte der
Hai von hier oben viel mehr erkennen - vor allem,
daß es ein riesiges Ding war, im Meer drin. Was mag
das wohl sein, daß es hier so still herumliegt ...
dachte der kleine Hai und schwamm näher in Richtung
Objekt. Dunkelblau war es und irgendwie sah da ein
Teil aus wie eine Flosse, ja es schien ein Fisch zu
sein, welcher so gewaltig war, daß es dem kleinen
Hai die Sprache verschlug. Er fühlte sich auf einmal
so unbedeutend ... denn schließlich war bis gerade
eben zwar klein, aber immerhin ein Hai gewesen und
das wollte ja schon was heißen in der Meereswelt.
Und jetzt war da dieses Riesending ... er fand das
Scheisse. Dieses waren seine Gedanken während er zum
vorderen Ende des großen Tieres schwamm und so
passierte er eine fette Rückenflosse, mehrere
Kiemen, ein Auge und letztendlich auch das Maul des
protzigen Meeresgeschöpfes. Tapfer baute er sich vor
dem dicken Ding auf und schrie ganz laut: "Du, was
machst du hier und überhaupt, was denkst du, daß du
hier einfach so groß sein darfst?!! "Eine kleine
Pause entstand. Der kleine Hai war sich nicht sicher
ob das große Tier ihn gehört, geschweige denn
gesehen hatte. Doch dann grollte es plötzlich im
Bauch des großen Geräts und ein Satz kam heraus:
"Ich bin ein Hai, was glaubst du denn was ich bin?
"Der kleine Hai war erst kurz verdutzt, aber dann
konnte er nicht mehr anders - er prustete vor
Lachen..."Du? Du ein Hai? HaHaHa..das ... das is ja
wohl 'n Witz wie!!!" "Wie sollte ein Hai denn sonst
aussehen du kleines Ding", sprach da der große Hai,
"schau doch mal richtig hin!" Der kleine Hai mußte
zugeben, jetzt wo der große Hai das so sagte, eine
gewisse Ähnlichkeit war dem mächtigen Tier nicht
abzusprechen, nein eigentlich sah es sogar genauso
aus, wie ein Hai auszusehen hatte. "Mensch", sagte
da der kleine Hai," wenn du ein Hai bist, dann bist
du der größte Hai den ich je gesehen habe, du mußt
der Überhai sein, der Gotthai, oder nein jetzt fällt
es mir ein - du mußt Long John Hai sein, das
berühmte Vorbild ganzer Generationen!!!"
"Sag mal, bist du denn
völlig benagelt, ich bin doch nicht groß, ich bin
doch ganz normal," sprach Long John Hai," was redest
du denn da für einen Unsinn von wegen 'Riesenhai'
und so - stimmt doch gar nicht." Der kleine Hai war
außer sich: "Aber was ist denn hier los?!! Du siehst
doch wie viel größer du als ich bist, das muß dir
doch auffallen, daß ich viel kleiner bin und
überhaupt, ich könnte ja auf deinen Zähnen Schlitten
fahren, so viel gewaltiger bist du ... !" "Ruhe!!!"
,schrie da der große Hai und unterbrach den kleinen
Hai damit doch recht abrupt. "Natürlich bist du
kleiner als ich, denn ich bin ein Hai und du bist
nur eine kleine Garnele und jetzt geh besser nach
Hause, deine Eltern warten sicher schon, es wird
schon dunkel gleich wird die Sonne abgeschaltet. Und
sei froh daß du an so einen netten Hai geraten bist
und nicht an meine Tochter, die ist nämlich noch
größer und darüber hinaus noch temperamentvoll."
"Gut", sprach da die kleine Garnele und schwamm nach
Hause. Zum Glück war Mutters Algensuppe noch warm,
das war nämlich ihr Lieblingsessen.
ENDE .
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