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Chasey, die schmale
Eidechse aus Mauerecke 12b, hatte zur Feier des
Tages ihr gewagtes, türkises Höschen angezogen, das
die Männer immer so fürchterlich aus der Fassung
brachte. Behende schlängelte sie sich auf das Dach
des Wohnheims und nahm erstmal einen großen Schluck
Sonne zum Frühstück. Jetzt, im Frühjahr, war noch
nicht viel los in der Nachbarschaft, und Chasey
hatte keine Mühe einen schönen Platz auf dem
geweißten, wirklich luxuriösen Haus zu finden. Zu
dieser Stunde des Tages ließ sie, wie immer, die
Geschehnisse des Vortages noch einmal Paroli laufen.
Das war schnell getan, denn Chasey erlebte nicht
viel, sie war eine faule Sau und tat nie mehr als
schicke Sachen anziehen und in der Sonne liegen.
Aber Eidechsenberufe sind auch wirklich dünn gesät.
Wann sieht man schon mal kleine Reptilie hinterm
Tresen in einer dunklen Schaluppe, oder vielleicht
morgens die feuchten Strassen fegen? Selten.
So lag Chasey in der
Sonne und sah gut aus. Aber auf einmal aber legte
sich zu ungewohnter Zeit ein Schatten über das
Eidechsenfräulein, und ihr fröstelte. „Hey Wolke,
was machst du hier, um diese Zeit. Geh weg, du
stehst mir im Licht!“, schrie Chasey die kleine
graue Wolke an. Aber die kleine graue Wolke dachte
gar nicht daran. Sie blieb einfach über Chasey
hängen und schlief ein. Dabei fing sie sogar an, ein
bißchen vor sich hin zu regnen. Genervt zog die
kleine Eidechse ihr kleines, weißes
Eidechsenhandtuch hoch bis unters Kinn. Sie fand es
ab jetzt kalt und ungemütlich. Aber an einen
Ortswechsel war nicht zu denken, denn die Wolke war
für Wolkenverhältnisse zwar klein, aber für
Eidechsen immer noch viel zu groß, um ihr einfach
aus dem Weg gehen zu können. „Doofe kleine Wolke“
fand Chasey. Schlecht gelaunt schaute sie in der
Gegend herum.
Von diesem Tag an
verfolgte die kleine Wolke Chasey immer und überall
hin, selbst ins Bad. Die kleine Eidechse wurde
darüber ziemlich mißmutig, so daß sie auch gar nicht
mehr so gut aussah. Aber mit der Zeit gewöhnte sich
Chasey an die ständige Feuchtigkeit ihrer Umgebung
und ließ sich zur besseren Alltagsbewältigung
schließlich Schwimmhäute zwischen den Zehen wachsen.
Außerdem lernte sie schwimmen und dann war es nur
eine Frage der Zeit bis sie beschloß, im Meer zu
wohnen. So wurde Chasey, die kleine Eidechse, die
immer in der Sonne lag, zu Chasey dem
Mittelmeerlurch. Sie eröffnete eine kleine
Muschelboutique, wo sie Sachen für die modebewußten
Fischfrauen anbot, oder auch mal einer verliebten
Languste die Haare schnitt. Hier, unter Wasser, sah
Chasey natürlich auch wieder super aus, und die
Wolke war ja wohl auch weg. Oder sie merkte sie
einfach nicht mehr.
So war Chasey
unmerklich geschäftig und fleißig geworden und hatte
das faule Herumliegen aufgegeben. Und Schuld hatte
nur diese kleine, graue Wolke, die der kleinen
Eidechse auf die Nerven gegangen war. Eines Abends,
Chasey lag schon im Wasserbett, dachte sie noch mal
über alles nach und fragte sich, ob sie jetzt
glücklicher sei. „Hm...“ grübelte das kleine
Fräulein, „mir fällt irgendwie auf, daß faul
rumliegen, in der Sonne, und sexy Aussehen, weit
weniger anstrengend war als diese Unterwasser
Lurcherei. Wie konnte das nur passieren, ich meine,
ich bin doch Chasey, die faulste Eidechse der Welt!
Wie konnte ich mich nur so gehen lassen, ich habe
doch einen Ruf zu verlieren!“ Daraufhin sprang sie
aus dem Bett und rannte raus aufs Riff, wo sie ihre
Schwimmfüße einem bedürftigen Einsiedlerkrebs
schenkte und schleunigst den nächsten
Blauhaipilotfisch-Express zur Heimatinsel bestieg.
Am Strand angekommen zog sie den Mittelmeerlurch
Anzug aus und lief schnell zum Eidechsenwohnheim.
Ihr Zimmerchen bei 12b war unberührt und die kleine
Eidechse kramte ihren heißesten String Tanga aus der
Kleiderkiste, und zwar den in Neon-Pink. Dann
schritt sie elegant zu ihrem Mauer Platz,
wohlwissend wie gut das Pink zum Weiß der Steine
passte, und streckte sich aufreizend frivol auf
ihrem Eidechsenhandtuch aus. Die ersten
Eidechsenmänner fielen bereits ohnmächtig von der
kleinen Mauer und zwei wirklich mutige brachten ihr
Eidechsencocktails und massierten ihr die Füsse.
Die kleine, graue
Wolke war indes in der Kneipe nebenan und ließ sich
volllaufen, denn Chasey hatte sie ausgetrickst und
außerdem hatte der Chef ihr kleines Abenteuer
herausgekriegt und war entsprechend wütend. Während
Chasey langsam eindöste und dabei weiterhin
angemessen sexy aussah, dachte sie noch schnell
„Scheiss Arbeiten“ und kicherte ein kleines
Eindechsen Kichern.
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