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Die Vögel zwitschern,
ein Auto hupt ein freundliches Hupen und ein junges,
blondes Mädchen namens Bettina spürt die
Sonnenstrahlen auf ihren Wangen. Das Gras ist weich
und warm, die Blumen duften - wenn ich raten müßte,
würde ich sagen: es ist Sommer!
Bettina streicht sich
die blonden Haare aus dem Gesicht, öffnet die Augen
und strahlt! Sie setzt sich auf während der Wind ihr
Sommerkleid wieder in Position bringt und sieht sich
gutgelaunt um. Auf den Wegen im Park eilen die
Menschen vorbei und haben kaum einen Blick für
diesen schönen Tag übrig. Nicht mal den Eiffelturm
sehen sie noch, so ernst und traurig laufen sie über
die Schotterwege und durch die Gassen der Stadt.
„Immer nur faul im
Gras rumliegen“, das haben wir gerne, brummelt ein
alter Mann in seinen langen Bart. „Ich liege nicht
faul im Gras!“ lacht Bettina zurück. „Ich sorge für
gutes Wetter! Das erfordert sehr viel Konzentration
und ist harte Arbeit. Ich möchte Ihnen das eben mal
zeigen.“ Mit diesen Worten legt das junge Mädchen
ihre Zeigefinger an die Schläfen, schliesst die
Augen wieder und macht ein angestrengtes Gesicht.
Der alte Mann indes, schaut leicht verstört, bleibt
aber interessiert.
Plötzlich bildet sich
ein kleines, graues Wölkchen über seinem Kopf und
erste Regentropfen fallen auf seine Nase. Bettina
springt auf und ruft: „Na? Sehen Sie? So etwas ist
nicht einfach! Nur mit einem ganz kleinen Wölkchen
habe ich schon viel zu tun. Und dann überlegen Sie
mal was so ein großer schöner Sommertag
bedeutet....“ Der alte Mann steht im Regen und
nickt. „Nun, da haben Sie Recht, schönes Fräulein.
Das wußte ich nicht. Könnten Sie das Wasser jetzt
bitte abstellen?“ Bettina, die junge Zauberin,
schaut gnädig und läßt die Wolke wieder
verschwinden. „Noch einen schönen Sommertag!“,
wünscht das blonde Mädchen noch zum Abschied, und
hüpft in ihrem rosa Sommerkleid über das Gras davon.
Im Gras hüpfen macht nämlich Spaß. Barfuß.
Aber auch das schönste
Gras ist irgendwann zu Ende, vor allem in Pariser
Parks. Schnell in die Flip-Flops geschlüpft, ein
Blümchen ins Haar und schon ist Bettina gerüstet für
das Stadtleben. Der Mann vom kleinen Kiosk an der
Ecke ruft schon von weitem nach ihr und drückt ihr
die Lieblingszeitung in die Hand. „Merci!“ sagt
Bettina freundlich und macht sich auf den Weg in ihr
Lieblingscafe. Dort setzt sie sich auf ihren
Lieblingsplatz und wartet auf ihren
Lieblingskellner.
Gaston jedoch, schaut
gar nicht gut gelaunt. Bettina versucht es mit ihrem
schönsten Flirt-lächeln, flötet ihre
Frühstücksbestellung geradezu in des jungen Mannes
Ohr – allein, es hilft alles nichts. „Ja, hm, ein
Milchkaffee, jaja, hrm. Grmbl.“ So ungefähr hört er
sich an. Und schleicht von dannen. Für Bettina eine
Aufgabe! Die Gute-Laune Frau zur Rettung! Zuerst
konzentriert sie sich nochmal, obwohl sie ja
eigentlich Pause hat, und zaubert noch mehr
Sonnenstrahlen in das Cafe. Und dann weht sie ihrem
Gaston noch einen blumigen Duft in die Männernase.
Doch seine Laune bleibt schlecht. „Sag mal Gaston,
was ist denn mit dir los? Du schaust ja wie 3 Tage
Regenwetter!?! Ist etwas passiert?“ fragt Bettina
endlich. Gaston schaut betrübt, tiefe Ringe unter
den Augen. „Es ist nicht zu fassen.“ sagt er da.
„Seit drei Tagen regnet es auf dem Damenklo. Ständig
muß ich wischen, Tag und Nacht. Ich schlafe ja kaum
noch!“ Den letzten Satz brüllt er fast. Und
schüttelt dann wieder traurig den Kopf.
Bettina schluckt.
Sollte es tatsächlich.... Sollte sie etwa ihre
kleine Wolke... als ihr kürzlich ein wenig zu warm
war, mittags, beim Schminken....? „Moment mal!“ ruft
die junge Frau da schnell, rennt aufs Damenklo,
sieht Petra, ihre Zweitwolke, die ihre Freundin
Bettina schon ganz dolle vermißt hatte, sammelt sie
ein, stellt dafür einen Sonnenstrahl ans Waschbecken
und rennt wieder zurück. „So, das wäre geregelt
Gaston. Tut mir leid wegen der Wolke!“ Der nette
junge Mann schaut verdutzt. Aber als er feststellt,
das aus seinem Cafe plötzlich die Sonne scheint,
verschwinden die Ringe und das Lachen ist zurück.
„Merci Bettina.“ Nichts zu danken, denkt sie sich
und findet, das sie durchaus häufiger mal irgendwo
eine kleine Regenwolke vergessen könnte. Wenns
passt.
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