| |
Es war einmal ein
Nasenbär, der bohrte immerzu in der Nase. Beinahe an
jedem Morgen mußte Vater Nasenbär die Stimme erheben
und sagen: "Sohn! Nimm endlich den Finger aus der
Nase, das sieht doch auch Scheisse aus! Nie kriegst
du eine Nasenbärfrau wenn du immer popelst. "Der
Sohn Nasenbär ließ sich davon aber wenig
beeindrucken und bohrte beständig weiter in seiner
Nase herum. Bis er eines Tages etwas darin fand. Es
war ein Geldstück, so etwa fünf Mark. Nachdem er
sich einige Zeit über seinen Fund gefreut hatte,
beschloß er sich etwas für diese fünf Mark zu
kaufen. Er ging also zum alten Gevatter Hai und
fragte ihn, was er denn wohl für seine, ja doch
nicht unbeträchtliche Summe Geldes, bekäme. Gevatter
Hai überlegte kurz, aber doch länger als der kleine
Nasenbär erwartet hatte. "Ich könnte dir durchaus
eine Stange Kaugummi geben", sprach der Hai, "oder
auch Tintenfischringe. Da wären außerdem noch Papier
und Bleistift sowie die gestrige Ausgabe des
'Ameisenbärboten'. Du hast die Wahl, kleiner
Nasenbär." "Hmm ... ich glaube ich nehm' Papier und
Bleistift, wenn’s recht ist," sagte Nasenbärsohn da.
"Und jetzt gehe ich spielen mit deinem Sohn." "Pass'
mir aber ja auf, daß ihr dem Wasser nicht zu nahe
kommt - du weißt ja wie der kleine Haisohn sich dann
immer aufführt, "riet ihm zum Abschluß noch der
alte, weise, weiße Hai.
Der kleine Nasenbär
nahm Papier und Bleistift und besuchte seinen
Freund, den kleinen Hai. Bald schon waren beide
damit beschäftigt sich gegenseitig zu zeichnen und
nach mehreren Tagen (WENN NASENBÄR UND HAI SICH
ZEICHNEN DAUERT DAS IMMER SO LANGE) zeigten sie sich
ihre Ergebnisse. "Oh, ich sehe aber recht schnittig
aus", sprach klein Haisohn zu seinem Freund, "aber
ich finde, ich bin nicht grün". Je länger jedoch der
kleine Nasenbär das Bild des kleinen Hais
betrachtete, desto finsterer wurde sein Antlitz.
Dann brach es aus ihm hervor: "Haisohn! Warum habe
ich auf diesem Bild den Finger in der Nase! Wenn du
mir das bitte erklären würdest". "Tatsächlich!",
rief der Hai, "Wo ich das so mir noch mal ansehe,
ist dein Finger ohne Umschweife in deiner
Nasenbärnase. "Die Freunde schwiegen sich nun 2-3
Stunden an. (HAIE UND NASENBÄREN SCHWEIGEN IMMER SO
LANGE). Schließlich erhob der kleine Hai zögernd
seine Stimme und sagte: "Du Nasi, ich glaube das
liegt daran, daß dein Finger immer in deiner Nase
ist. Wenn man es ganz genau nimmt, ist er sogar
jetzt gerade auch darin versenkt." Der kleine
Nasenbär erschrak. Und - er befühlte seine Nase.
Tatsächlich, seine Hand spürte wirklich einen Finger
in seiner Nase auf. Mit all seiner Kraft versuchte
er nun diesen Finger herauszubefördern aber es ging
beim besten Willen nicht. Selbst mit vereinten
Kräften beider Spezies, Hai und Nasenbär, war es
unmöglich den Nasenbärfinger aus der Nasenbärnase zu
entfernen. Und da sie schon länger aufgegeben
hatten, rief der kleine Hai auf einmal: "Mensch
Nasi! Was wäre denn wenn dein Finger da
festgewachsen ist! Ich meine weil er dahingehört,
nicht weil du immer popelst sondern weil Nasenbären
vielleicht immer einen Finger in der Nase haben!"
"Interessante Hypothese", überlegte Nasenbärsohn,"
aber wenn das so wäre, müßte ja Vater Nasenbär auch
einen Finger in der Nase haben - und zwar ebenfalls
ununterbrochen, ich meine ohne Pause, quasi ohne ihn
jemals zu entf...""Ja, ist gut Nasi, ich weiß was du
sagen willst. Vielleicht sollten wir einfach
hingehen und nachsehen." "Abgemacht", sagte da der
Nasi und sie machten sich auf den Weg.
Kaum hatten sie dann
das Haus der Nasenbärenfamilie betretende fiel es
ihnen schon auf. Alle und wirklich alle Nasenbären
hier hatten einen Finger in der Nase, woraufhin der
kleine Nasenbärsohn sehr froh war, daß dies nun gar
nicht mehr auffiel bei ihm. Und beide waren sie
froh, daß sie so gute Detektive waren, denn sie
fanden auch noch heraus, daß alle Haie eine Flosse
quer hinter dem Ohr verstecken und alle Ameisenbären
viel lieber Schokolade essen. Und das fanden sie
alles so spitzenklasse, daß sie sich sieben Jahre
freuten (HAIE UND NASENBÄREN FREUEN SICH NÄMLICH
IMMER SO LANGE).
ENDE .
|
|